Bluthochdruck – Was sagen die aktuellen Leitlinien?

Bluthochdruck – Was sagen die aktuellen Leitlinien?

Die Behandlung des Bluthochdrucks ist eine große Herausforderung, nicht nur für den Arzt, sondern auch für den Patienten. Bluthochdruck macht in aller Regel keine Beschwerden, bedeutet aber ein hohes Risiko für Gefäßkrankheiten, insbesondere Herzinfarkt und Schlaganfall. Daher ist es eine wichtige ärztliche Aufgabe, Bluthochdruck zu erkennen, gegebenenfalls Ursachen festzustellen und letztlich eine effektive und sichere Therapie einzuleiten. Diese muss der Arzt und der Patient durch Selbstmessung im Verlauf kontrollieren. Der Patient sollte in die Lage versetzt sein das Vorgehen zu verstehen, damit er die vorgeschlagenen Behandlungsmaßnahmen umsetzt, auch wenn der Bluthochdruck bei ihm keine Beschwerden verursacht. Eine gute Richtschnur für alle diese Maßnahmen ist in der Leitlinie der europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Zusammenarbeit mit der europäischen Gesellschaft für Hochdruckerkrankungen aus dem letzten Jahr enthalten.

Einteilung der Blutdruckwerte

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Die Diagnose des Bluthochdrucks stellt man erst nach mehreren Messungen in der Praxis oder durch eine 24-stündige Langzeitblutdruck-Untersuchung. Hilfreich sind auch eigene Messungen des Patienten. Dafür enthält die Leitlinie eine praktische Anweisung:

Die Messungen sollten vorzugsweise 1 Woche lang erfolgen und protokolliert werden. Vor der jeweiligen Messung sollte der Patient 5 Minuten gesessen haben. Dann sollten er an dem Arm, an dem üblicherweise der höhere Blutdruck vorliegt, 2 Messungen im Abstand von 1 Minute vornehmen. Der daraus resultierenden Mittelwert sollte in ein Protokoll geschrieben werden. Die Messungen sollten morgens und abends erfolgen, am besten zu festen Zeiten.

Der Arzt stellt daraufhin zunächst fest, ob gegebenenfalls eine der seltenen Erkrankungen vorliegt, die hohen Blutdruck verursachen kann. Außerdem veranlasst er Untersuchungen, die mögliche Folgeschäden des hohen Blutdrucks feststellen können.

Unter Berücksichtigung des gesamten Risikoprofils für Herzinfarkt und Schlaganfall, zu dem vor allem auch Rauchen, eine Fettstoffwechselstörung und Diabetes gehören, erfolgt daraufhin eine Behandlung. Dazu kann zunächst eine Änderung der Lebensgewohnheiten, wie z.B. Beginn eines sportlichen Ausdauertrainigs oder eine Gewichtsabnahme gehören. Gleichzeitig damit oder eventuell auch erst nach einer Testphase von einigen Monaten wird der Arzt eine medikamentöse blutdrucksenkende Behandlung beginnen. Die Leitlinie empfiehlt schon zu Beginn der medikamentösen Behandlung die Kombination aus 2 blutdrucksenkenden Wirkstoffen.

In erster Linie stehen 5 verschiedene Medikamenten-Sorten zur Verfügung:

  • Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (sog. „Sartane“)
  • ACE-Hemmer
  • Ca-Antagonisten
  • Thiazide (sog. „Entwässerungsmittel“)
  • Beta-Blocker

Bei schwer einstellbarem Bluthochdruck kommen weitere Medikamente, u.a. Spironolacton, zur Anwendung. Für die notfallmässige Blutdrucksenkung bei systolischen Werten über 180 mmHg wird Nifedipin als Kautablette oder als Tropfen eingesetzt. Das Ziel der Behandlung ist eine Blutdrucksenkung unter 140/90 mmHg. Bei Patienten unter 65 Jahren sollten Werte unter 130/80 mmHg erreicht werden. Werte unter 120/70 mmHg sind wegen der Gefahr unerwünschter Arzneimittel-Wirkungen zu vermeiden. Zur Kontrolle der Therapie sollten erneute Praxismessungen, eigene Messungen des Patienten oder eine erneute Langzeit-Blutdruck-Messung erfolgen.

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