Diabetes und das Auge

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine der Pandemien des 21. Jahrunderts. Weltweit leiden heutzutage ca. 463 Millionen Erwachsene an Diabetes, in Deutschland etwa 10 Prozent der Erwachsenen. Die Zuckerkrankheit ist die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Die Häufigkeitstendenz ist steigend für alle Altersgruppen.

Eine ernsthafte Komplikation von Diabetes ist die diabetische Retinopathie (diabetische Augenerkrankung). Sie betrifft in der Regel beide Augen. Häufige Symptome dabei sind: Verschwommensehen, Schwankungen des Sehens oder der Brillenwerte, Abnahme des Farbensehens, „Schleier“ im Gesichtsfeld, Gesichtsfeldausfälle bis zur Erblindung.

Die Ursache der diabetischen Retinopathie liegt in einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel, der in einer Gefäßbeeinträchtigung resultiert und dadurch eine chronische Durchblutungsstörung der Netzhaut hervorruft. Im Frühstadium entstehen kleine Blutungen und Gefäßausbuchtungen (Mikroaneurismen). Im Verlauf nimmt die Zahl der Blutungen zu und es kann eine Schwellung der Stelle des schärfsten Sehens entstehen (Makulaödem), die zu einer erheblichen Sehminderung führt und eine zeitnahe augenärztliche Behandlung erfordert. Wenn die diabetische Retinopathie weiterhin unkontrolliert fortschreitet sind Blutungen im Augeninneren möglich (Glaskörper-Blutung), sowie Netzhautablösungen oder Augendruckanstieg mit einem chronischen Sehnervenschaden (Glaukom), der zur Erblindung führen kann.

Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung einer diabetischen Retinopathie gehören: Erkrankungsdauer (je länger man Diabetes hat, desto höher das Risiko), nicht ausreichende Blutzucker-Einstellung, Bluthochdruck, hohes Cholesterol (Hypercholesterinämie), Schwangerschaft, Rauchen und erbliche Faktoren.

In der Vorbeugung der Zuckerkrankheit spielt ein gesundheitsbewusster Lebensstil eine entscheidende Rolle. Dazu gehören z.B. mediterrane Ernährungsweise, Vermeidung von Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen, ausreichender Schlaf, bewusster Umgang mit Stress. Zur Prävention der Progression einer diagnostizierten Zuckerkrankheit gehören zusätzlich regelmäßige Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfett- Kontrollen, sowie jährliche augenärztliche Kontrollen. Zur Verhinderung einer dauerhaften Sehminderung bei einer diagnostizierten diabetischen Retinopathie spielen zusätzlich die engmaschigen augenärztlichen Netzhautkontrollen eine wichtige Rolle (z.B. alle 3-6 Monaten). Beim Vorliegen von entsprechenden diabetischen Komplikationen sollte eine zeitgerechte augenärztliche Therapie erfolgen (z.B. Netzhautlaser-Behandlung, Einbringung von Medikamenten in den Glaskörperraum, drucksenkende Therapie, Netzhaut-Operationen usw.).

Die aktive Rolle des Patienten sowie die gute Zusammenarbeit zwischen Internisten und Augenärzten ist entscheidend für die Vorbeugung der Zuckerkrankheitsentwicklung.

 

 

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