Digitale Ulzerationen – schmerzhafte Begleiterscheinung bei systemischer Sklerose

Was sind digitale Ulzerationen?

  • Digitale Ulzerationen sind sehr schmerzhafte und nur schwer heilbare offene Wunden meist an Fingern und Zehen, die Narben hinterlassen. Die Geschwüre beeinträchtigen die Patienten in der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit und in täglichen Verrichtungen wie z.B. bei der Körperpflege, bei der Nahrungsaufnahme und beim Einkaufen. Patienten mit systemischer Sklerodermie haben ein hohes Risiko, an digitalen Ulzerationen zu erkranken.

Wie häufig sind digitale Ulzerationen?

  • 44 Prozent der Patienten mit systemischer Sklerodermie weisen nach einer Untersuchung von Hachulla in der Vorgeschichte digitale Ulzerationen auf.

  • 30 Prozent der Patienten mit anhaltenden digitalen Ulzerationen haben bereits Gewebeverluste.

Wodurch werden digitale Ulzerationen hervorgerufen?

  • Den digitalen Ulzerationen kann das sogenannte Raynaud-Syndrom (RS) vorausgehen. Das Raynaud-Syndrom tritt bei 90 bis 100 Prozent der Sklerodermie-Patienten auf. Häufig ist es ein Frühsymptom, das bereits mehrere Jahre vor der eigentlichen Diagnosestellung auftreten kann. Die Patienten leiden an einer anfallsweisen schweren Durch­blutungsminderung der Finger nach Kälteexposition oder psychischer Belastung mit nur langsamer, meist schmerzhafter Erwärmung.

  • Die Ursache liegt in einem gestörten Gleichgewicht zwischen vasokonstriktiven und vasodilatativen Regulationsmechanismen auf dem Boden einer Endothelstörung. Im ungünstigsten Fall kommt es durch die ausgeprägte Vasokonstriktion zu einer Minderdurchblutung des Gewebes und zu digitalen Ulzerationen.

  • Endothelin, ein starker körpereigener Vasokonstriktor, spielt im Zusammenhang mit Vaskulopathien und den folgenden Gefäßschädigungen eine Schlüsselrolle. Die beiden Endothelinrezeptoren ETA und ETB werden u.a. in der Niere, Leber, Lunge und Haut exprimiert. Bei verschiedenen Erkrankungen (z.B. Sklerodermie, pulmonal arterielle Hypertonie) mit Gefäßschädigungen ist diese Expression verstärkt. Die vermehrte Endothelinausschüttung verursacht nicht nur pathologische Gefäßverengungen, sondern führt zusätzlich zu Fibrosen, vaskulärer Hypertrophie und Entzündungen.

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