Humangenetik-MEDIZINICUM-Hamburg

Humangenetik am MEDIZINICUM

Viele Erkrankungen unterliegen genetischen Einflüssen. Ein Teil aller Tumorerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Kreislauferkrankungen, neurologischen Erkrankungen sind erblich, insbesondere dann, wenn eine familiäre Häufung oder ein besonders früher Erkrankungsbeginn vorliegt.

Manchen Erkrankungen (wie z.B. Tumorerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Kreislauferkrankungen oder neurologischen Erkrankungen) liegen zu einem erheblichen Teil genetische Ursachen zugrunde. Wenn sich diese ungewöhnlich häufig durch Ihre Familiengeschichte ziehen, tragen Sie möglicherweise ein erhöhtes Risiko in sich, dass auch Sie oder Ihre Kinder entsprechende Krankheitsrisiken „erben“. Denn unter Umständen weisen Ihre Gene dann eine Prädisposition dafür auf.
 Der Fortschritt in der Medizin macht es möglich, solche Risiken frühzeitig zu erkennen. Durch Blutuntersuchungen können Humangenetiker Ihre Gene analysieren. 
Genetische Dispositionen werden zunehmend in Konzepte der Früherkennung bzw. der Krankheitsprophylaxe einbezogen. Ist eine genetische Disposition erst einmal bekannt, lassen sich vielerlei Maßnahmen ergreifen, um dennoch gesund zu bleiben oder den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.

Zur Diagnostik bei unterschiedlichen erblichen Erkrankungen wird in den letzten Jahren verstärkt das neuere Verfahren der Hochdurchsatzsequenzierung durchgeführt. Dies stellt eine effiziente moderne Methode zur gezielten bzw. parallelen Untersuchung von Genen dar, die mit einem bestimmten Krankheitsbild assoziiert sind.

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Tumorerkrankungen

Bei Vorliegen einer genetisch bedingten Anfälligkeit für Tumorerkrankungen sind gezielte Früherkennungsmassnahmen, Veränderungen der Lebensführung, manchmal auch bestimmte Medikamente oder in einigen Fällen auch vorbeugende Operationen sinnvoll, um das Erkrankungsrisiko deutlich zu senken. In vielen Fällen beeinflusst der genetische Befund auch die Therapie der Erkrankung.

Bei einem Teil aller Tumorerkrankungen spielen genetische Ursachen eine entscheidende Rolle, so z.B. der erbliche Brust- und Eierstockkrebs, aber auch Karzinome der Gebärmutter, des Darms, des Magens, der Harnwege, der Haut, der Prostata u.a.m.

Nach ausführlicher Anamnese werden die Gene herausgesucht, die zum Tumorspektrum der jeweiligen Familie passen, und analysiert. Das Untersuchungsergebnis wird in einem weiteren Gespräch ausführlich erläutert und es werden Möglichkeiten der Prävention aufgezeigt.

Autoinflammatorisches Syndrom

Bei den Autoinflammatorischen Syndromen handelt es sich beispielsweise um genetisch bedingte Fehlsteuerungen des Immunsystems, die als unterschiedliche Erkrankungen auftreten können. Es kommt zu periodischen Fieberschüben und Entzündungsreaktionen und langfristig ohne entsprechende Behandlung zu Folgeschäden. Zu dieser Gruppe von Erkrankungen gehören:

  • das familiäre Mittelmeerfieber
  • das TNF-Rezeptor assoziierte periodische Syndrom (TRAPS)
  • die Hyperimmunglobulinämie D mit periodischem Fieber (HIDS)
  • die Cryopyrin assoziierten periodischen Syndrome (CAPS)

Die Therapie wird entscheidend durch die genetische Diagnose beeinflusst.

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Stoffwechselstörungen

Der Stoffwechsel unterliegt vielerlei genetischen Einflussfaktoren. Wir haben Ihnen nachfolgend eine Liste der möglichen Störungen mit destaillierter Erklräung aufgeführt.

Eine besondere Form des nicht-insulinabhängigen Diabetes mellitus Typ 2 ist der „Maturity Onset Diabetes of the Young“ (MODY). MODY ist eine erbliche Form des Diabetes mellitus und entsteht durch Mutationen in mindestens 11 Genen. Klinischen Untersuchungen zufolge sind etwa 1 bis 2% der Patienten mit Diabetes mellitus an einer Form des MODY-Diabetes erkrankt. Der Literatur nach wird eine hohe Anzahl an MODY-Patienten als Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 fehldiagnostiziert und nicht adäquat therapiert. Charakteristisch ist neben der frühen Manifestation, das Fehlen diabetesspezifischer Autoantikörper, der schleichende Beginn, der anfangs zumeist über eine vergleichsweise milde Blutzuckererhöhung auffällt und eine Störung der Bauchspeicheldrüse. Die differentialdiagnostische Unterscheidung durch einen Gentest ist von grosser Bedeutung, da sich in vielen Fällen nicht nur Prognose und Therapie des MODY von der des Typ1- bzw. Typ-2-Diabetes unterscheidet, sondern auch die einzelnen MODY-Formen sich in der Ausprägung der Erhöhung des Blutzuckers unterscheiden und besondere Therapiestrategien erfordern.

Diese Art von Stoffwechselerkrankung betrifft etwa 60% der Erwachsenen in Deutschland und kann neben Ernährungsfehlern durchaus auch genetische Gründe haben.

Bei Störungen des Fettstoffwechsels spielen als Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle eine große Rolle. Erbliche Störungen des Cholesterinstoffwechsels liegen bei 1 von 300 Menschen vor. Häufig wird die Diagnose erst gestellt, wenn ein Akutereignis wie ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall aufgetreten sind. Bis zu 10% aller Menschen mit einer koronaren Herzerkrankung, die vor dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wird, haben eine genetische Veränderung des LDL-Rezeptor-Gens. Auch hier kann frühzeitiges Wissen ermöglichen, prophylaktische Maßnahmen in die Wege zu leiten, um Folgeerkrankungen zu verhindern.

Die erbliche Eisenspeicherstörung ist eine häufige Erkrankung des Eisenstoffwechsels, bei der es durch eine erhöhte Eisenaufnahme im Dünndarm zu einer Eisenakkumulation in verschiedenen Organen (v.a. Leber, Pankreas, Gelenken, Herz, Milz, Hypophyse, Schilddrüse und Haut) mit langfristiger Gewebeschädigung kommt. Patienten nehmen etwa viermal mehr Eisen über den Darm auf als Gesunde und der Gesamtkörpereisengehalt kann dadurch unbehandelt über mehrere Jahrzehnte von ca. 2–6g (Normwert) auf bis zu 80g steigen. Das überschüssige Eisen kann zu schweren Krankheiten führen.

Neben einer Aderlass-Therapie stehen u.a. eine medikamentöse Therapie mit Eisenchelatoren zur Verfügung.

Als Amyloidose bezeichnet man die Anreicherung von abnorm veränderten Proteinen im Zwischenzellraum. Zu diesen Ablagerungen (Amyloidfibrillen) kommt es auf Grund einer Störung der Faltung eines normalerweise löslichen Proteins. Klinisch zeigen sich Empfindungssstörungen und Polyneuropathien, die sich v.a. in Form von Schmerzen und Schwäche in den unteren Gliedmaßen und in Form von Herzmuskelschwäche (Kardiomyopathie), von Verdauungsstörungen, Inkontinenz, starker Gewichtsreduktion, plötzlich abfallendem Blutdruck und Schwindel zeigen. Die Patienten erkranken meist zwischen dem 30. und 70. Lebensjahr. Seit 2011 gibt es eine medikamentöse Behandlung, das Fortschreiten verlangsamt.

Der Alpha 1-Antitrypsin-(AAT)-Mangel ist eine Erkrankung, bei der es zur Gewebezerstörung im Rahmen von Entzündungen, vor allem in Lunge und Leber kommt. Die Ausprägung ist variabel. Durch Noxen verstärkt kann es zur Leberzirrhose und zum Lungenemphysem kommen. Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und Lungenemphyseme sind die am häufigsten durch einen AAT-Mangel verursachten Defekte und treten in der Regel erst im Erwachsenenalter auf. Zigarrettenrauch steigert die Krankheitsrisiken.

Das erbliche Angioödem (HAE) ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung mit Neigung zur Ausbildung von wiederkehrenden, großflächigen Schwellungen der Haut oder der Schleimhäute, die sich am häufigsten in der zweiten, nicht ganz selten auch bereits in der ersten Lebensdekade manifestieren. Ursache ist ein Mangel an dem C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH). Zu den Faktoren, die eine Ödembildung auslösen können, gehören in erster Linie Traumen wie Injektionen, Operationen, Zahnoperationen, Verletzungen und Minimaltraumen. Angst, psychische Streßsituationen und lokale Infektionen, aber auch stärkere und längere mechanische Belastung der Extremitäten, Menstruation oder auch die Einnahme hormonaler Kontrazeptiva können ebenfalls zu Schwellungen der Haut oder Schleimhäute führen.

CADASIL (Akronym; „Cerebral Autosomal Dominant Arteriopathy with Subcortical Infarcts and Leukoencephalopathy“) ist eine erbliche neurodegenerative Erkrankung, die zur gefäßbedingten Demenz und familiär gehäuften Schlaganfällen im mittleren Lebensalter führen kann. In der frühen Krankheitsphase manifestiert sich CADASIL in der Regel mit migräneartigen Kopfschmerzen mit Beginn um das 30. Lebensjahr und vorübergehenden Durchblutungsstörungen und wiederholten Schlaganfällen, die im mittleren Erwachsenenalter einsetzen.

Bei der erblichen Fruktose-Intoleranz kommt es zu Erbrechen und wiederholten Blutzuckerabfällen, sobald Fruktose (Fruchtzucker) oder Sukrose der Nahrung hinzugefügt werden, sowie zur ausgeprägten Mangelernährung.

Beim Morbus Wilson liegt ein erblicher Defekt der Kupferbindungsregion eines Enzyms in Leber und Nieren zugrunde, wodurch es zu einer Kupfertransport-Störung und toxischen Kupferspeicherung in Leber, Niere, Augen und Gehirn kommt. Die Therapie besteht in einer Dauerbehandlung mit bestimmten Medikamenten und in schweren Fällen durch eine Lebertransplantation.

Unsere behandelnden Ärzte

Dr. med. Usha Peters
Fachärztin für Humangenetik

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Dr. med. Astrid Preuße
Fachärztin für Humangenetik

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Dr. med. Saskia Kleier
Fachärztin für Humangenetik

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