Reizdarmsyndrom

Chronisch abdominelle Beschwerden, die länger als 3 Monate anhalten, wie Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten ohne krankhafte Veränderungen in der Diagnostik lassen die Diagnose eines Reizdarmsyndroms vermuten.

Die Diagnose ist eine sogenannte Ausschlussdiagnose, d.h., es müssen zunächst andere Erkrankungen, die zu gastrointestinalen Beschwerden führen können, ausgeschlossen werden, wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zoeliakie, gastrointestinale Tumoren, infektiöse Darmerkrankungen, Fettverdauungsstörungen der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz), Nahrungsmittelallergien, Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), Durchblutungsstörung (mesenteriale Ischämie), Funktionsstörungen durch Verwachsungen nach Operation, Divertikelkrankheit, bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, Kohlenhydratmalabsortion (z.B. Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption), Ovarialtumoren. Gastroskopie, Koloskopie, H2 Atemtests und C13 Atemtests sowie Ultraschalluntersuchung des Bauchraums, Blutuntersuchung, Stuhluntersuchung auf Calprotektin und pathogene Keime und ggf. eine Kontrastmitteluntersuchung des Dünndarms (MR Sellink) gehören zur Diagnostik bei chronischen Bauchbeschwerden bzw. Stuhlunregelmäßigkeiten. Sollten sich hierbei keine auffälligen Befunde zeigen, ist die Diagnose eines Reizdarmsyndroms wahrscheinlich.

Zu den Ursachen eines Reizdarmsyndroms zählen:

  • Bakterielle Enteritis (postinfektiöses Reizdarmsyndrom), z.B. nach schwerer Salmonelleninfektion o.a. infektiösen Erkrankungen der Darmschleimhaut
  • Veränderung der Darmflora, z.B. nach Antibiotikatherapie
  • Genetische Veranlagung
  • Psychische Ursachen
  • Veränderte Motilität
  • Erhöhte Schleimhautpermeabilität (Leaky gut)
  • Immunzellen in Schleimhautbiopsien, z.B. intraepitheliale T Zellen, Mastzellen

Die Therapie des Reizdarmsyndroms ist oft sehr schwierig und richtet sich nach den Symptomen. Wichtig ist es zu betonen, dass das Reizdarmsyndrom zwar eine belastende, aber keine gefährliche bzw. bösartige Erkrankung ist.

Für die schmerzorientierte Therapie werden Spasmolytika, z.B. Mebeverin, Buscopan, Probiotika, z.B. E. coli Nissle, Bifidobakterien, Lactobacillen, Saccaromyces, lösliche Ballaststoffe, wie Pektine, Hemicellulose, Flohsamenpräparate, ggf. topische Antibiotika und ggf. Antidepressiva, z.B. Amitryptilin, eingesetzt.

Die Therapie bei Verstopfung (Obstipation) beinhaltet Ballaststoffe, Laxantien, wie PEG-Elektolyt-Lösungen und Lactulose, Prokinetika, wie Prucaloprid, Probiotika, pflanzliche Arzneistoffe (Phytotherapeutika), Spasmolytika, z.B. Mebeverin.

Bei Durchfall (Diarrhoe) kommen Medikamente wie Loperamid, der zeitlich begrenzte Einsatz von Opiumtropfen, Colestyramin, Probiotika, der zeitlich begrenzte Einsatz topischer Antibiotika, Ballaststoffe und in therapieresistenten Fällen trizyklische Antidepressiva zum Einsatz.

Bei Blähungen empfiehlt sich der Einsatz von Probiotika, Simethicon, Phytotherapeutica und bei therapierefraktären Fällen die zeitlich begrenzte Anwendung topischer Antibiotika.

Erste Tipps zur Ernährung:

Sinnvoll ist es, für ca. 14 Tage ein Ernährungstagebuch zu führen mit Protokollierung seiner Essgewohnheiten (Uhrzeit, Art und Menge der Nahrung sowie danach evtl. auftretende Beschwerden), um ein individuellen langfristigen Ernährungsfahrplan zu erstellen.

Ein ernährungstherapeutischer Ansatz ist die für 4-6 Wochen begrenzte, sogenannte low-FODMAP Diät (fermentierbare Oligosaccharide Disaccharide Monosaccharide and Polyole).

FODMAPs reduzierte Ernährung kann helfen Symptome von Blähungen, Völlegefühl, Krämpfe und / oder Durchfall wesentlich zu mindern. Reduziert werden hierbei Nahrungsmittel mit hohen Anteilen von: Fructose, Lactose, Fruktane (Frukto-Oligosaccharide), Galactane und Polyole. Zu den Polyolen zählen Zuckeralkohole wie Sorbitol, Mannit, Isomalt und Xylitol. Diese kommen in einigen Früchten, aber besonders in Fertigprodukten und Erfrischungsgetränken zu finden. Die Diät sollte mindestens über 4 und maximal über 8 Wochen durchgeführt. Wichtig ist, dass die Patienten in diesem Zeitraum sich streng an die Diät halten sollten und keine Ausnahmen machen. Auch die psychotherapeutische Behandlung kann bei entsprechender Indikation sinnvoll sein und erwogen werden.

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Antimykotika sind beim RDS auch bei positivem Candidanachweis im Stuhl nicht indiziert, da keine kontrollierten Studien vorliegen, die einen kausalen Zusammenhang zwischen Pilzbefall und Reizdarmsyndrom beweisen. Die Behandlung eines positiven Candidanachweises im Stuhl mit nebenwirkungsbehafteten Antimykotika sollte vermieden werden. Die Ernährung scheint ebenfalls eine Rolle beim Reizdarmsyndrom zu spielen.

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