Die Bedeutung der Prävention – Vorsorgeprogramm für Männer und Frauen

Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsvorsorge sind sinnvoll, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen, Risikofaktoren zu identifizieren und Gesundheitsproblemen vorzubeugen. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können potenzielle Gesundheitsrisiken rechtzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie schwerwiegende Auswirkungen haben. Dies trägt dazu bei, die Lebensqualität zu verbessern, die Lebenserwartung zu erhöhen und die Gesundheitskosten insgesamt zu senken. In Deutschland haben die meisten Bürgerinnen und Bürger Zugang zu einem breiten Spektrum von Vorsorgeuntersuchungen, die von Krankenkassen und -versicherungen finanziert werden. Dazu gehören unter anderem der Gesundheits-Check-up, Hautkrebsvorsorge, Darmkrebsvorsorge, Mammografie-Screening, sowie Untersuchungen zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

 

Trotz der Verfügbarkeit dieser Vorsorgeuntersuchungen machen jedoch nicht alle Bundesbürgerinnen und -bürger regelmäßig von ihnen Gebrauch. Die Teilnahmequoten an Vorsorgeuntersuchungen variieren je nach Art der Untersuchung und demografischen Faktoren wie Alter, Geschlecht und sozialer Status. Die Teilnahmequoten, zum Beispiel Darmspiegelungen als Vorsorgeuntersuchung, können je nach Region und Bevölkerungsgruppe variieren. Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) nahm im Jahr 2019 rund ein Viertel (25,3%) der Personen im Alter von 50 bis 54 Jahren an einer Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge teil. Bei Personen im Alter von 55 bis 59 Jahren betrug die Teilnahmequote etwa 26,5%. Es ist wichtig, dass die Häufigkeit und Notwendigkeit dieser Untersuchungen individuell mit einem Arzt besprochen werden, basierend auf dem Alter, Geschlecht, familiärer Vorgeschichte und anderen individuellen Risikofaktoren.

 

Detaillierte Gliederung für die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen bei Männern und Frauen

1. Allgemeine Vorsorgeuntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Untersuchung (je nach Alter alle 1-2 Jahre)
  • Bio-Impedanzmessung (Bestimmung der Körper Zusammensetzung)
  • Blutdruckmessung: 
    • Systolischer Blutdruck: Der Druck in den Arterien während der Herzkontraktion.
    • Diastolischer Blutdruck: Der Druck in den Arterien zwischen den Herzschlägen.
    • Normaler Bereich: Systolisch unter 120 mmHg, diastolisch unter 80 mmHg.
  • Blutuntersuchung (siehe die Liste unten)

2. Untersuchungen für Frauen

  • Gebärmutterhalskrebsvorsorge (Pap-Abstrich)
  • Brustkrebsvorsorge (Mammographie, klinische Brustuntersuchung)
  • Gynäkologische Untersuchung (Untersuchung der äußeren und inneren Genitalorgane)

3. Untersuchungen für Männer

  • Prostatakrebsvorsorge (digitale rektale Untersuchung, PSA-Test)
  • Hodenkrebsvorsorge (Selbstuntersuchung der Hoden)
  • Urologische Untersuchung (Untersuchung der äußeren und inneren Genitalorgane)

4. Spezifische Untersuchungen für beide Geschlechter

  • Darmspiegelung (Koloskopie) zur Darmkrebsvorsorge, eventuell auch Magenspiegelung
  • Hautkrebsvorsorge (Dermatologische Untersuchung, Auflichtmikroskopie)
  • Herz-Kreislauf-Vorsorge (EKG, Belastungs-EKG, Herz-Ultraschall)
  • Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie)
  • Schilddrüsenuntersuchung (Palpation, Ultraschall)
  • Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane (Leber, Nieren, Milz)
  • Dopplersonographie der Halsschlagader (Carotis-Doppler)
  • Augenuntersuchungen

5. Eventuell radiologische Untersuchungen

  • CT Thorax bei Rauchern, MRT Kopf (Findung von Aneurysmen)

 

Wichtige Laborwerte, die im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen verwendet werden

  • Differenzialblutbild
  • Cholesterin
    • Gesamtcholesterin: Maß für das gesamte Cholesterin im Blut
    • HDL-Cholesterin (High-Density Lipoprotein): „Gutes“ Cholesterin, das das Risiko für Herzkrankheiten
    • LDL-Cholesterin (Low-Density Lipoprotein): „Schlechtes“ Cholesterin, das mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten verbunden ist.
    • Triglyceride: Eine Art von Fett im Blut, das auch mit Herzkrankheiten verbunden sein kann.
    • Bei Bedarf Lipoprotein a Bestimmung
  • Blutzucker
    • Nüchternblutzucker: Der Glukosespiegel im Blut nach einer mindestens 8-stündigen Nahrungspause.
    • HbA1c (Langzeitblutzucker): Ein Maß für den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der letzten 2-3 Monate.
  • Leberwerte
    • Alanin-Aminotransferase (ALT): Ein Enzym, das auf Leberschäden hinweisen kann.
    • Aspartat-Aminotransferase (AST): Ein weiteres Enzym, das auf Leberschäden hinweisen kann.
    • Gamma-Glutamyltransferase (GGT): Ein Enzym, das auf Leber- und Gallenwegserkrankungen hinweisen kann.
    • Alkalische Phosphatase
  • Nierenwerte
    • Kreatinin: Ein Abbauprodukt von Muskelaktivität, das auf die Nierenfunktion hinweisen kann.
    • Harnstoff: Ein Abbauprodukt von Proteinen, das ebenfalls auf die Nierenfunktion hinweisen kann.
    • Elektrolyte
      • Natrium, Kalium, Chlorid: Elektrolyte, die den Flüssigkeits- und Säure-Basen-Haushalt im Körper beeinflussen.
    • Harnsäure
    • Ausführliche Urin-Untersuchung
  • Eisenstatus
    • Ferritin: Ein Protein, das Eisen speichert und bei der Diagnose von Eisenmangelanämie hilfreich sein kann.
  • Entzündungsmarker
    • C-reaktives Protein (CRP): Ein Protein, das auf Entzündungen im Körper hinweisen kann.
    • Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG): Ein Maß für die Geschwindigkeit, mit der sich rote Blutkörperchen in einer Blutprobe absetzen.
  • Elektrophorese
  • Vitamin D*
  • Vitamin B 12 und Folsäure
  • Schilddrüsenwerte
    • Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3): Hormone, die von der Schilddrüse produziert werden und den Stoffwechsel regulieren.
    • Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH): Ein Hormon, das die Schilddrüsenfunktion reguliert und bei der Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen hilfreich sein kann.

 

Bei Männern sind neben den allgemeinen Laborwerten einige spezifische Werte wichtig, insbesondere im Zusammenhang mit der Prostatagesundheit. Hier sind einige davon:

  • PSA (Prostata-spezifisches Antigen): PSA ist ein Protein, das von der Prostata produziert wird. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostatakrebs oder andere Prostataerkrankungen hinweisen.
  • Testosteron: Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Ein niedriger Testosteronspiegel kann Symptome wie reduzierten Sexualtrieb, Energiemangel und Depressionen verursachen.

 

Die Bedeutung dieser Laborwerte kann je nach individuellem Gesundheitszustand und anderen Faktoren variieren. Es ist wichtig, sie mit einem Arzt zu besprechen und deren Interpretation zu verstehen.

 

Hinweise zur Messung des Vitamin-D-Spiegels

*Die Messung des Vitamin-D-Spiegels kann eine wichtige Rolle bei der Vorsorgeuntersuchung spielen, insbesondere in Regionen mit geringer Sonneneinstrahlung oder bei Personen mit einem erhöhten Risiko für Vitamin-D-Mangel. Hier sind einige Gründe, warum die Vitamin-D-Messung relevant sein kann:

  1. Knochengesundheit: Vitamin D ist wichtig für die Aufnahme von Kalzium und die Knochengesundheit. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel kann zu Knochenschwäche und einem erhöhten Risiko für Osteoporose führen, insbesondere bei älteren Menschen.
  2. Immunfunktion: Vitamin D spielt eine Rolle bei der Regulation des Immunsystems und kann dazu beitragen, die Abwehrkräfte gegen Infektionen aufrechtzuerhalten. Ein Mangel an Vitamin D kann das Risiko für Infektionen erhöhen.
  3. Entzündungshemmende Wirkung: Vitamin D hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel kann das Risiko für entzündliche Erkrankungen verringern.
  4. Muskelgesundheit: Vitamin D spielt eine Rolle bei der Muskelgesundheit und kann Muskelkraft und -funktion unterstützen. Ein Mangel an Vitamin D kann zu Muskelschwäche und -schmerzen führen.
  5. Risikofaktoren: Personen mit einem erhöhten Risiko für Vitamin-D-Mangel, wie ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Sonneneinstrahlung (z. B. aufgrund von Lebensstil oder geografischem Standort) oder Personen mit bestimmten Krankheiten, könnten von einer regelmäßigen Überprüfung ihres Vitamin-D-Spiegels profitieren.

 

Die Vitamin-D-Messung kann dazu beitragen, einen möglichen Mangel frühzeitig zu erkennen und angemessene Maßnahmen zur Vorbeugung oder Behandlung zu ergreifen, wie z. B. die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten oder eine Anpassung der Ernährung und des Lebensstils, um die Vitamin-D-Aufnahme zu erhöhen.

 

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