Zöliakie ist eine Krankheit, bei der der Körper negativ auf Gluten reagiert. Gluten ist eine Art Protein, das in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt. Wenn jemand mit Zöliakie glutenhaltige Lebensmittel isst, kann dies zu Schäden in ihrem Dünndarm führen. Dies kann Probleme wie Bauchschmerzen, Durchfall, Müdigkeit und Gewichtsverlust verursachen. Die einzig wirksame Behandlung für Zöliakie besteht darin, glutenhaltige Lebensmittel zu vermeiden.
Diagnostik
Die Diagnose von Zöliakie umfasst verschiedene Formen, von potenzieller bis symptomatischer Form. Die Prävalenz der Krankheit liegt zwischen 1:100 und 1:500, wobei Kinder häufiger betroffen sind als Erwachsene. Für die Diagnose bei klassischer (gastrointestinaler) Manifestation können verschiedene Tests durchgeführt werden.
Nicht-invasive Diagnostik
Hierbei werden Antikörper im Blut gemessen, wie z.B. Gewebstransglutaminase-IgA (tTG-IgA) oder Endomysium-IgA (EmA), sowie das Gesamt-IgA. Bei niedrigem IgA im Blut werden zusätzliche Tests wie IgG-Antikörper gegen Gewebstransglutaminase (tTG) oder IgG-Antikörper gegen Gliadin durchgeführt.
Invasive Diagnostik
Eine Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie) mit Biopsie des Duodenums wird durchgeführt, um Veränderungen in der Dünndarmschleimhaut zu untersuchen. Eine histologische Untersuchung zeigt eine Zottenatrophie und erhöhte T-Zell-Werte in der Schleimhaut.
Um die Diagnose zu bestätigen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, wie z.B. histologische Veränderungen im Dünndarmgewebe und das Vorhandensein von bestimmten Antikörpern im Blut.
Eine medizinisch kontrollierte Glutenbelastung kann durchgeführt werden, wenn Zweifel an der Diagnose bestehen. Dabei wird der Patient einer definierten Menge Gluten ausgesetzt, während serologische und histologische Tests durchgeführt werden.
Die Diagnose von Zöliakie ist sicher, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, wie z.B. charakteristische Läsionen im Dünndarmgewebe (Marsh-II bis III), das Vorhandensein bestimmter genetischer Marker (HLA-DQ2/8) und hohe Antikörpertiter im Blut.
Therapie
Die Behandlung der Zöliakie erfordert eine strikte glutenfreie Diät für das gesamte Leben. Dies bedeutet, dass alle Lebensmittel, die Weizen, Roggen, Gerste und alle daraus hergestellten Produkte meiden müssen. Dies kann zu Beginn eine Herausforderung darstellen, weshalb die Unterstützung durch einen Ernährungsberater wichtig ist. Es gibt viele glutenfreie Alternativen, die den Übergang erleichtern können. Zusätzlich ist es wichtig, auf verstecktes Gluten in verarbeiteten Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Produkten zu achten. Bei anhaltenden Symptomen trotz Einhaltung einer glutenfreien Diät sollte eine weitere medizinische Bewertung erfolgen, um andere mögliche Ursachen oder assoziierte Erkrankungen auszuschließen.
Die Adhärenz zur glutenfreien Diät ist entscheidend, um die Schäden an der Dünndarmschleimhaut zu heilen und die Symptome zu verbessern. Bei Bedarf können zusätzlich Vitamin- und Mineralstoffsupplemente verordnet werden, um Mängel, die durch die Krankheit entstanden sind, auszugleichen.
Prognose
Die Prognose für Menschen mit Zöliakie ist im Allgemeinen sehr gut, vorausgesetzt, die glutenfreie Diät wird konsequent eingehalten. Die Einhaltung dieser Diät führt in der Regel zu einer vollständigen Erholung der Dünndarmschleimhaut und einem Rückgang der Symptome. Langfristig kann durch strikte Diätadhärenz das Risiko für weitere Gesundheitsprobleme, wie z.B. Osteoporose, Eisenmangelanämie, bestimmte Arten von Darmkrebs und andere Autoimmunerkrankungen, reduziert werden. Es ist wichtig, regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durchzuführen, um den Heilungsprozess des Dünndarms zu überwachen und die Wirksamkeit der Diät zu bewerten.
Kontinuierliche Bildung und Bewusstsein über die Krankheit sind ebenfalls entscheidend, um eine gute Lebensqualität zu erhalten. Patienten und ihre Familien werden ermutigt, sich mit lokalen und nationalen Zöliakie-Unterstützungsgruppen zu vernetzen, um Informationen, Unterstützung und Anleitung zu erhalten.